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// Fall #010

Zehn Zentimeter zu hoch

Geschätzte Verlustkosten
~3 840 PLN · 4 Manntage × 8 h × 120 PLN/h (norwegischer Satz, Beispiel)

01Situation

Ein Anbau an ein bestehendes Gebäude: ein Technikraum für ein Lüftungsgerät. Holzständerkonstruktion, Pultdach. Das Fundament wurde auf einer Höhe gesetzt, die niemand gegen die Zielhöhe des Gebäudes prüfte. Als die Wände standen, zeigte sich, dass das Dach des Anbaus über dem Dach des Hauptgebäudes läge — und dann lassen sich Gefälle und Blechanschluss am Übergang nicht sauber ausführen. Die Lösung: die Decke um zehn Zentimeter absenken. Das Gerät nimmt etwa das halbe Zimmer ein. Der Monteur stellte es nach Plan auf. Auf dieser Grundlage wurde das Dach geschlossen und eine Durchdringung für die nach außen führenden Kanäle geschnitten. Eine Woche später kommt der Fachplaner der technischen Gebäudeausrüstung, misst und stellt das Gerät um — mit dem um zehn Zentimeter niedrigeren Dach gibt es über dem Gerät nicht mehr den erforderlichen Freiraum, um die Kanäle zu führen. Nach dem Umstellen muss die Durchdringung woanders liegen: direkt neben der bereits geschnittenen.

02Wo die Marge entwich

• Absenken der Decke — Nacharbeit an einer fertigen Konstruktion, nicht in der Planungsphase • Doppelte Montage des Geräts — zwei Mobilisierungen des Teams statt einer • Eine zweite Dachdurchdringung — eine neue Öffnung neben der bestehenden • Verschließen der ersten Durchdringung — der teuerste Posten, heute in keiner Aufstellung sichtbar: eine geflickte Dachdurchdringung ist eine dauerhafte Schwachstelle in der Abdichtung, ein Mangel, der nach Jahren auftritt • Ersatzteile vom Hersteller, mit einer Lieferzeit, die niemand eingeplant hat • Verzug für die nächsten Teams in der Reihe Der Betrag oben ist allein die Nacharbeit als Arbeitsleistung — ohne Teile, ohne eine zweite Mobilisierung des Teams und ohne die Kosten der verschlossenen Durchdringung. Ein Maßfehler am Anfang bleibt nicht am Anfang. Er pflanzt sich in der Konstruktion nach oben fort und wechselt unterwegs den Eigentümer. Ein Team setzte das Fundament, ein zweites senkte die Decke, ein drittes schloss das Dach, ein viertes montierte das Gerät, ein fünftes ordnete die Korrektur an. Jeder machte seine eigene Arbeit richtig gegenüber dem, was er vorfand. Deshalb lässt sich der Kosten niemandem zuordnen — er löst sich in Gemeinkosten auf, weil keine einzelne Person etwas falsch machte. Falsch gemacht war ein einziger Informationsfluss, den niemand besitzt.

03Hauptursache

Die Fundamenthöhe wurde als eigenständige Entscheidung behandelt — als beträfe sie nur das Fundament. Tat sie nicht. Sie trug eine Anforderung, die in einem anderen Dokument und bei einer anderen Person lebte: den Mindestfreiraum über dem Gerät, nötig, um die Kanäle zu führen. Die Anforderung stand von Anfang an in der Lüftungsplanung. Sie erreichte den, der die Fundamenthöhe absteckte, nicht, bevor er den ersten Ständer setzte.

!Wie sich der Kreis schließt

Die Entscheidung über die Gründungshöhe geht nicht als Zahl für sich hinaus. Sie verbindet drei Dinge, die heute in drei Dokumenten leben: die Zielhöhe des Gebäudes (der Übergang zum bestehenden Dach, das Gefälle, der Blechanschluss), die erforderliche lichte Raumhöhe sowie den Platzbedarf und die Servicezone der Geräte, die darin stehen werden. Fehlt eines davon = die Höhe ist nicht bereit, abgesteckt zu werden. Die Anforderung aus der Fachplanung erreicht die Aufgabe „Fundament abstecken“ bevor jemand die Latte ansetzt, nicht nachdem das Dach geschlossen ist.
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